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          • MS Anger goes offline: knapp 100 Schüler:innen wagten drei Wochen ohne Smartphone

            Ein außergewöhnliches Schulprojekt sorgte an der MS Anger für große Aufmerksamkeit: Unter dem Titel „MS ANGER GOES OFFLINE“ stellten sich 98 Schülerinnen und Schüler freiwillig der Herausforderung, drei Wochen lang auf ihr Smartphone zu verzichten - und das mit bemerkenswertem Erfolg. Bis auf eine einzige Person hielten alle Teilnehmenden das Experiment bis zum Schluss durch.

            Begleitet wurde das Projekt von Lehrerin Lisa-Marie Ebner, die sich selbst ebenfalls auf das Experiment einließ und gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern auf ihr Smartphone verzichtete. Auch Lehrerin Bianca Ponhold stellte sich erfolgreich der gemeinsamen Herausforderung.

            Das Projekt war Teil des österreichweiten „Handyexperiments“, das gemeinsam mit der ORF-Reihe DOK1 durchgeführt und wissenschaftlich begleitet wurde. Ziel war es, herauszufinden, wie sich ein bewusster Verzicht auf das Smartphone auf das Leben junger Menschen auswirkt - insbesondere auf psychisches Wohlbefinden, Schlafqualität und Stresslevel. Die Ergebnisse werden am 27. Mai um 20:15 Uhr in der Sendung DOK1 im ORF präsentiert.

            Gemeinschaft statt Bildschirmzeit

            Schon der Beginn des Projekts stand ganz im Zeichen der Gemeinschaft: Alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler versammelten sich im Turnsaal zum gemeinsamen „Abflug ins Offline-Leben“. Mit diesem symbolischen Start wurde bewusst verdeutlicht, dass die Reise durch die drei handyfreien Wochen gemeinsam angetreten wird und niemand die Herausforderung alleine meistern muss.

            Ein besonderer Bestandteil des Projekts war der tägliche Offline-Treff vor Schulbeginn. Dort wurden Erfahrungen ausgetauscht, Tipps weitergegeben und gemeinsam gelacht. Dieses bewusste Miteinander machte den Start in den Schultag zu einem sozialen Erlebnis, ganz ohne Handy.

            Um  zusätzlich reale Begegnungen gezielt zu stärken, wurden auch gemeinsame Nachmittage organisiert: So fand unter anderem ein Müllsammelnachmittag statt, bei dem die Schülerinnen und Schüler aktiv etwas positives für ihre Umgebung beitrugen. Ein weiterer Nachmittag führte ins Betreubare Wohnen Anger, wo gemeinsam Spiele gespielt wurden - Begegnungen, die nicht nur Freude bereiteten, sondern auch generationenübergreifenden Austausch ermöglichten.

            Auch nach dem Ende des Projekts bleibt das Gemeinschaftsgefühl bestehen: Wenn die DOK1-Sendung ausgestrahlt wird, treffen sich alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler noch einmal zum gemeinsamen Anschauen. Als besondere Belohnung für ihre erfolgreiche Teilnahme hat sich Direktor Nico Redolfi etwas Besonderes überlegt und spendiert anschließend Pizza für alle.

            Ein starkes Fazit

            Die Rückmeldungen der teilnehmenden Schüler:innen zeigen deutlich: Der Verzicht fiel anfangs vielen schwer, doch schon nach kurzer Zeit wurden positive Veränderungen spürbar. Mehr Zeit für Hobbys, echte Gespräche und gemeinsame Aktivitäten standen im Vordergrund. Viele berichteten von besserem Schlaf, weniger Stress und einem gesteigerten Wohlbefinden. Besonders häufig wurde auch erwähnt, wie gut es tat, bewusster zu leben und weniger abgelenkt zu sein.

            Das Projekt zeigte eindrucksvoll, dass ein Leben ohne ständige Erreichbarkeit überraschend bereichernd sein kann. Viele Schülerinnen und Schüler erkannten dabei auch, dass das Handy im Alltag oft gar nicht so dringend benötigt wird, wie ursprünglich angenommen.

            Besonders bemerkenswert sind die langfristigen Effekte: Einige Schülerinnen und Schüler haben sich im Anschluss bewusst von einzelnen Social-Media-Accounts verabschiedet oder ihre Bildschirmzeit deutlich reduziert. Der bewusste Umgang mit digitalen Medien sowie die Fähigkeit zur Selbstregulation erwiesen sich als zentrale Lernerfahrungen - Kompetenzen, die weit über das Projekt hinaus für die Zukunft wichtig sind. Viele erkannten dabei auch, dass das Handy im Alltag oft gar nicht so dringend benötigt wird, wie ursprünglich angenommen.

            Der Erfolg des Projekts blieb auch über die Schule hinaus nicht unbemerkt: Berichte erschienen unter anderem in der ZIB 1 und ZIB 2, im Ö3-Mittagsjournal sowie in einem Live-Interview im Ö1-Mittagsjournal. Auch regionale Medien wie die Kleine Zeitung, sowie die deutschen KiKA logo!- oder ARD-Nachrichten, griffen das Thema auf und berichteten über die Umsetzung des Handyexperiments an der MS Anger.

            Blick in die Zukunft

            Aufgrund der durchwegs positiven Erfahrungen soll das Handyprojekt auch im kommenden Schuljahr an der MS Anger weitergeführt werden. Auf Wunsch der Schülerinnen und Schüler ist sogar eine Erweiterung geplant: Das Experiment soll künftig über fünf Wochen laufen und erstmals auch eine Ferienwoche inkludieren.

            Das Projekt zeigt eindrucksvoll, worum es letztlich geht: nicht um ein Verbot, sondern um Bewusstsein. Denn wer erlebt, wie sich der Alltag ohne Smartphone verändert, gewinnt eine neue Perspektive auf den eigenen Medienkonsum und oft auch ein Stück mehr Lebensqualität.

            Persönliches Fazit

            „Am meisten beeindruckt hat mich während des Projekts der starke Zusammenhalt innerhalb der Gruppe. Die Schülerinnen und Schüler haben sich gegenseitig motiviert, unterstützt und diese drei Wochen viel positiver erlebt, als wir anfangs gedacht hätten. Natürlich war der Verzicht nicht immer einfach - auch für mich nicht. Gerade im Alltag merkt man erst, wie oft man das Handy automatisch verwendet, sei es für schnelle Nachrichten oder organisatorische Dinge. Aber genau das hat auch mir persönlich gezeigt, dass vieles auch ohne Handy machbar ist und man nicht ständig erreichbar sein muss. Man lernt wieder bewusster zu leben, mehr im Moment zu sein und gemeinsame Zeit wirklich wahrzunehmen.“ - Lisa-Marie Ebner